Kolonialismus bezeichnet die gewalttätige Beherrschung anderer Länder oder Regionen. Wenn heute von Kolonialismus die Rede ist bezieht sich das meist auf die Beherrschung lateinamerikanischer, afrikanischer oder asiatischer Gebiete durch europäische Mächte. Europäische Herrscher:innen versuchten sich durch den Besitz von Kolonien mehr Ansehen und Reichtum zu verschaffen. Das begann mit der Aneignung der beiden amerikanischen Kontinente im späten 15. Jahrhundert. In den eroberten Ländern beuteten die Kolonialmächte sowohl die Menschen als auch die Natur aus. Um über möglichst viele Arbeitskräfte zu verfügen, verschleppten sie außerdem Menschen aus Afrika und versklavten diese. Im 19. Jahrhundert gab es dann eine zweite Phase der kolonialen Eroberung, von der vor allem der afrikanische und der asiatische Kontinent betroffen waren. Europäische Kolonialmächte waren: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Portugal und Spanien.
Was heißt Kolonialismus?
Und welche Rolle spielte er in Deutschland?
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Koloniale Herrschaft war immer gewalttätig und willkürlich. In den Kolonien hatten nur weiße Europäer:innen verlässliche Rechte. Menschen, die nicht weiß waren hatten hingegen keine oder nur sehr eingeschränkte Rechte. Außerdem nahmen die Kolonialmächte den Menschen vor Ort in vielen Fällen ihren Landbesitz weg und zwangen sie zu extrem harter Arbeit. Wer diese schwere Arbeit nicht leisten konnte oder sich weigerte, wurde hart bestraft. Immer wieder kam es vor, dass Menschen in den Kolonien Widerstand leisteten. Diese Versuche, sich zu wehren wurden von den Kolonialmächten gewalttätig unterdrückt.
Um die koloniale Gewalt und Unterdrückung zu rechtfertigen, verbreiteten die Kolonialmächte rassistisches Denken: Sie behaupteten, dass weiße Europäer:innen allen anderen Menschen grundsätzlich überlegen seien und eine höherwertige Kultur besäßen. Daher sei es richtig, wenn Europäer:innen andere Menschen beherrschten. Diese Behauptung verbreiteten sie bereits seit dem Beginn der Eroberungen. Im 19. Jahrhundert nahm dieses Denken immer weiter zu, denn die europäischen Kolonialmächte konkurrierten zu dieser Zeit besonders stark miteinander und versuchten immer mehr Länder zu beherrschen. Kolonialismus und Rassismus sind also sehr eng mit einander verwoben. Man kann auch sagen: Die Erfindung angeblicher „Rassen“ diente dazu die gewalttätige Kolonialherrschaft zu rechtfertigen und von ihrer Brutalität abzulenken.
Und welche Rolle spielte nun Deutschland dabei? In der frühen Phase des europäischen Kolonialismus besaßen die deutschen Herrschenden kaum eigene Kolonien. Allerdings beteiligten sich deutsche Unternehmen ganz aktiv am kolonialen Handel und auch an der Versklavung von Menschen. Sie zogen also wirtschaftlichen Gewinn aus der Ausbeutung. In der späteren Phase eroberte das Deutsche Reich dann eigene Kolonien. Die meisten deutschen Kolonien lagen in Afrika und waren in den heutigen Ländern Burundi, Kamerun, Namibia, Ruanda, Tansania und Togo. Aber auch im Pazifik und in China hatte das Deutsche Reich Kolonien. Gewalt war in den deutschen Kolonien alltäglich. Zusätzlich führte das Deutsche Reich mehrere brutale Kolonialkriege. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, im Jahr 1919, musste Deutschland als Verlierer des Krieges seine Kolonien abgeben. Danach forderten viele Vereine und Politiker:innen weiterhin deutschen Kolonialbesitz.